Sicherheit und Zero-Knowledge
Wie die NachweisApp Medien Ende-zu-Ende verschlüsselt, Integrität und Aufnahmekontext dokumentiert und technische Prüfungen ermöglicht — ohne Konto.
Verschlüsselter Einmal-Link — kein Klartext beim Betreiber
Sobald Sie ein Foto aufnehmen, verschlüsselt die App es auf Ihrem Gerät mit AES-256-GCM. Der Schlüssel steht ausschließlich im Link selbst — nach dem Rautezeichen (#fragment). Dieser Teil wird vom Browser niemals an den Server übertragen.
Der Server speichert nur den verschlüsselten Block. Er sieht den Schlüssel nicht, er sieht den Inhalt nicht. Das ist das Zero-Knowledge-Prinzip: baulich verankert, nicht nur versprochen.
Den Link können Sie an jede Person senden — privat an privat genauso wie an Versicherer, Bank oder Behörde. Die App schreibt den Empfänger nicht vor.
Einmalige Öffnung und automatische Löschung
Der Link lässt sich genau einmal erfolgreich öffnen. Danach wird der weitere Zugriff gesperrt und die Entfernung aus der aktiven Speicherung angestoßen. So kann die Aufnahme nicht unbemerkt ein zweites Mal abgerufen werden.
Wird der Link gar nicht geöffnet, ist der verschlüsselte Block spätestens nach 7 Tagen nicht mehr abrufbar und wird aus der aktiven Speicherung entfernt. Zeitlich begrenzte verschlüsselte Sicherungskopien können bis zum Ende ihrer Rotation fortbestehen; der Server besitzt den Schlüssel nicht.
Die Sicherheit entsteht durch drei ineinandergreifende Maßnahmen: Schlüssel nie auf dem Server, Sperre nach dem ersten erfolgreichen Abruf und 7-Tage-Verfallsfrist.
Hybrid-Signatur: klassisch und post-quantensicher nach NIST FIPS 204
Die App erzeugt auf dem Gerät zwei komplementäre Signaturen, bevor das Foto den Server erreicht:
- Ed25519 — signiert den Medien-Hash für maximale Kompatibilität mit heutigen Prüfsystemen.
- ML-DSA-65 (NIST FIPS 204) — signiert einen strukturierten Prüfdatensatz, der den Medien-Hash und die verfügbaren Kontext-Prüfwerte enthält. Das Verfahren wurde 2024 standardisiert und ist auf Post-Quantum-Sicherheit ausgelegt.
Beide Prüfpfade binden denselben Medien-Hash ein. App und SDK prüfen Ed25519 und ML-DSA-65 vollständig; der Browser prüft Medien-Hash, Ed25519, Merkle-Struktur und den separat Ed25519-signierten Kontext.
RFC-3161 bei erreichbarem Zeitstempeldienst
Wenn der Zeitstempeldienst erreichbar ist, fordert die App für den Medien-Hash einen RFC-3161-Zeitstempel an. Er dokumentiert, wann dieser Hash bei der Zeitstempelstelle vorlag. Ist der Dienst nicht erreichbar, speichert die App einen klar gekennzeichneten lokalen Fallback.
Das Zertifikat weist aus, ob ein RFC-3161-Token oder nur der lokale Fallback vorliegt. Die Prüfung der Medienintegrität erfolgt getrennt über Hash und Signaturen; die Validierung der externen Zeitstempel-Vertrauenskette kann zusätzlichen Netzwerkzugriff benötigen.
Die Beweiswürdigung obliegt im Streitfall dem Gericht.
Signierter Aufnahme- und Sensorkontext
Die App signiert die Medienbytes zusammen mit verfügbaren Mess-Daten und optionalen Prüf-Aufgaben. Diese Schichten können Manipulationen und innere Widersprüche erkennbar machen; sie beweisen aber nicht den Wahrheitsgehalt der abgebildeten Szene:
- Sensor-Rauschen (PRNU): Ein gerätespezifisches Rausch-Muster kann als zusätzlicher Sensorindikator ausgewertet werden.
- Tiefen- und Bewegungsversatz (Burst-Parallaxe): Mehrere Bilder in schneller Folge liefern einen prüfbaren Bewegungs- und Parallaxekontext.
- LiDAR-Tiefe (sofern das Gerät einen LiDAR-Sensor hat): Messen Sie die Tiefe des aufgenommenen Objekts direkt im Raum.
- Freiwillige Liveness-Prüfaufgaben: Auf Wunsch fordert die App eine kurze Bewegungsaufgabe, deren Sensor-Spur ebenfalls im Paket verankert wird.
- Geo-Plausibilität: Ort und Zeitpunkt der Aufnahme werden auf innere Konsistenz geprüft.
Das kombinierte Ergebnis erhöht den technischen Prüfumfang, ist aber keine Garantie gegen jede mögliche Fälschung. Die Beweiswürdigung der Indikatoren bleibt dem konkreten Empfänger beziehungsweise einem Gericht vorbehalten.
Kein Konto, kein Tracking
Sie können aufnehmen und prüfen, ohne sich anzumelden oder ein Konto zu erstellen. Die App verlangt keine E-Mail-Adresse, keine Telefonnummer, keine Face-ID-Anmeldung.
Es gibt kein Tracking, keine Werbe-IDs und keine Analyse-Pixel. Ein etwaiger Nutzungszähler wird ausschließlich lokal auf Ihrem Gerät gespeichert — keine Geräte-ID, nichts davon auf dem Server.
App Attest von Apple ist als zusätzliche serverseitige Geräteprüfung geplant. Bis die serverseitige Attestierungsroute umgesetzt und geprüft ist, wird diese Schicht nicht als aktiver Missbrauchsschutz ausgewiesen.
Prüfen — kostenlos, ohne Anmeldung, im Browser
Jede Person kann eine erhaltene Aufnahme selbst prüfen: in der NachweisApp oder direkt im Browser unter nachweisapp.de/verify.html. Der Browser prüft Datei-Hash, Ed25519-Signatur, Merkle-Struktur und signierten Kontext lokal. Die vollständige ML-DSA-65-Prüfung erfolgt in der App oder im SDK; externe Vertrauensketten können Netzwerkzugriff benötigen.
Geprüft werden:
- Signaturen: Ed25519 im Browser; Ed25519 und ML-DSA-65 vollständig in App oder SDK.
- Echtheit: Hash der Aufnahme gegen das mitgelieferte Manifest.
- Zeit: RFC-3161-Zeitstempel, sofern vorhanden; ein lokaler Fallback wird ausgewiesen.
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Was die App bewusst nicht tut
Zero-Knowledge bedeutet auch: klare Grenzen ziehen.
Keine Abhängigkeit von einer Kette
Die eingebetteten Signaturen lassen sich unabhängig von einer öffentlichen Kette prüfen. Liegt ein RFC-3161-Zeitstempel vor, ergänzt er eine externe Zeitquelle; ein lokaler Fallback wird gekennzeichnet. Wenn ein bestätigter externer Anker vorliegt, ist dort nur der signierte Fingerabdruck — nicht das Bild — über die im Nachweis genannte Anker-ID öffentlich prüfbar.
Kein serverseitiges Entschlüsseln
Der Server speichert nur den verschlüsselten Block. Der Schlüssel befindet sich ausschließlich im Link. Der Server kann den Inhalt zu keinem Zeitpunkt lesen.
Kein Konto, keine Cloud-Sync
Kein Nutzer-Profil, keine iCloud-Synchronisation der Aufnahmen, keine Drittanbieter-Backups. Ihre Aufnahmen gehören Ihnen — und verbleiben dort, wo Sie sie hinschicken.
Status und Plattform
Jetzt verfügbar — iOS (App Store) und Android (Test).
Projektstand
Die App ist im Apple App Store und bei Google Play verfügbar. Der veröffentlichte Android-Stand kann dem neuesten Entwicklungsstand zeitlich nachlaufen.
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