Die NachweisApp ist im Apple App Store und bei Google Play verfügbar.

Wie die Übergabe funktioniert

Fünf Schritte — von der Aufnahme bis zur Prüfung. Kein Konto, kein Tracking, kein Klartext auf dem Server.

Schritt 1 Aufnahme direkt in der App

Sie öffnen die NachweisApp und nehmen das Foto oder Video unmittelbar in der App auf — nicht aus der Foto-Bibliothek des Geräts. So ist von Anfang an klar: Diese Aufnahme entstand jetzt, hier, mit diesem Gerät. Zeitpunkt und Standort werden mit der Aufnahme verbunden, bevor irgendetwas das Gerät verlässt.

Kein Konto nötig. Keine Registrierung. Läuft auf iPhone und iPad mit iOS 26 oder neuer.

Schritt 2 Integrität und Aufnahmekontext dokumentieren

Die App signiert unmittelbar nach der Aufnahme die Medienbytes und den verfügbaren Aufnahme- und Sensorkontext. Diese Daten liefern technische Indikatoren und können Widersprüche erkennbar machen; sie beweisen aber nicht den Wahrheitsgehalt der abgebildeten Szene:

  • Sensor-Rauschen (PRNU) — das gerätespezifische Rauschen, das jeder echte Kamerasensor hinterlässt.
  • Burst-Parallaxe — Tiefen- und Bewegungsversatz über mehrere Bilder, der bei computergeneriertem Material fehlt.
  • LiDAR-Tiefe — auf Geräten mit LiDAR-Scanner wird zusätzlich ein Tiefenprofil der Szene aufgezeichnet.
  • Liveness-Prüfaufgaben (freiwillig) — optionale Aufgaben, die eine lebendige, physisch anwesende Person bestätigen.
  • Geo-Plausibilität — der aufgezeichnete Standort wird auf räumliche Plausibilität geprüft.

Die Beweiswürdigung dieser Mess-Daten obliegt im Streitfall dem Gericht.

Schritt 3 Signieren und Zeitstempel

Die App berechnet einen kryptografischen Hash über die Medienbytes. Ed25519 signiert diesen Medien-Hash; ML-DSA-65 signiert einen strukturierten Prüfdatensatz, der denselben Hash und die verfügbaren Kontext-Prüfwerte enthält:

  • Ed25519 — klassische, schnelle Signatur (RFC 8032).
  • ML-DSA-65 — post-quantensichere Signatur nach NIST FIPS 204; widersteht nach heutigem Stand der Technik auch Quantencomputern.

Bei erreichbarem Zeitstempeldienst wird anschließend ein RFC-3161-Zeitstempel eingeholt. Er dokumentiert, wann der Hash bei der Zeitstempelstelle vorlag. Ohne Netz wird ein lokaler Fallback gespeichert und im Nachweis gekennzeichnet.

Schritt 4 Verschlüsselt übergeben

Die signierten Daten werden mit AES-256-GCM symmetrisch verschlüsselt. Der Schlüssel steht ausschließlich im Link — nach dem #-Anker. Der Server sieht ihn nie und kann den Inhalt damit grundsätzlich nicht lesen. Das ist Zero-Knowledge.

Der verschlüsselte Block wird als Einmal-Link (Magic-Link) bereitgestellt. Dieser Link:

  • lässt sich genau einmal erfolgreich öffnen — danach wird der weitere Zugriff gesperrt und die Entfernung aus der aktiven Speicherung angestoßen.
  • verfällt spätestens nach 7 Tagen automatisch, auch wenn er nie geöffnet wurde.
  • kann an jede Person geschickt werden — privat, an einen Versicherer, eine Bank, eine Behörde, eine Kanzlei. Die App schreibt den Empfänger nicht vor.

Es gibt keine empfängerseitige Schlüsselinfrastruktur. Der Link selbst trägt den Schlüssel; wer den Link hat, kann öffnen.

Schritt 5 Empfänger prüft

Jede empfangende Person kann die Aufnahme auf drei Punkte prüfen — kostenlos und ohne Anmeldung:

  • Integrität und Kontext — Hash, Ed25519-Signatur und signierte Kontextdaten werden geprüft.
  • Post-Quantum-Signatur — die vollständige ML-DSA-65-Prüfung erfolgt in der App oder im SDK.
  • Zeit — ein vorhandener RFC-3161-Zeitstempel dokumentiert, wann der Hash bei der Zeitstempelstelle vorlag; ein lokaler Fallback wird ausgewiesen.

Der Web-Verifier unter nachweisapp.de/verify.html prüft Datei-Hash, Ed25519-Signatur, Merkle-Struktur und signierten Kontext lokal im Browser. App und SDK ergänzen die vollständige ML-DSA-65-Prüfung; externe Zeit- und Anker-Vertrauensketten können Netzwerkzugriff benötigen.

Darüber hinaus

Drei Funktionen, die über den Standard-Ablauf hinausgehen.

Schwärzen ohne Beweisverlust

Sensible Stellen vor dem Senden abdecken — Gesichter, Kennzeichen, Kontonummern. Die Merkle-Prüfung zeigt, ob die sichtbaren, nicht geschwärzten Bildbereiche zur signierten Merkle-Wurzel passen; sie trifft keine Aussage über den Wahrheitsgehalt der Szene.

Optional extern verankert

Das Foto selbst wird nach dem Abruf gelöscht. Wenn ein bestätigter externer Anker vorliegt, ist dort nur der signierte Fingerabdruck — nicht das Bild — öffentlich prüfbar. Die konkrete Anker-ID steht im Nachweis.

PDF-Zertifikat für die Akte

Zu jeder Aufnahme lässt sich ein PDF-Zertifikat mit den vorhandenen technischen Prüfdaten erzeugen. Es weist auch aus, wenn nur ein lokaler Zeitmarker oder kein bestätigter externer Anker vorliegt.

Was nicht passiert

Bewusst ausgeschlossene Verarbeitungsschritte.

Kein Konto, kein Tracking

Aufnehmen und Prüfen ohne Registrierung. Kein Tracking, keine Werbe-IDs, keine Cookies zur Identifikation. App Attest ist als zusätzliche serverseitige Geräteprüfung geplant und bis zur Umsetzung keine aktive Prüfschicht.

Kein Klartext auf dem Server

Der Server der KI-Shield UG speichert ausschließlich verschlüsselte Blöcke. Der Schlüssel verlässt das Gerät nur im Link-Anker — für den Server unerreichbar.

Kein Klartext-Anhang auf dem NachweisApp-Server

Der NachweisApp-Server erhält nur den verschlüsselten Block. Standortdaten werden nur aufgezeichnet, wenn Sie es ausdrücklich erlauben. Die von der Betreiberin genutzten Anwendungsserver stehen in Deutschland; erfolgreich veröffentlichte optionale Ankerdaten liegen im weltweit verteilten Arweave-Netz.

Was die App nicht ersetzt

Die Beweiswürdigung obliegt im Streitfall dem Gericht.

Kein Ersatz für Notariat

Die App ersetzt keine notarielle Beurkundung und keinen gerichtlich beauftragten Sachverständigen.

Kein Rechtsversprechen

Die App ersetzt keine Rechtsberatung. Ob eine Aufnahme in einem konkreten Verfahren anerkannt wird, entscheidet die zuständige Stelle.

iOS 26+ und Android 8+

Die App ist für iPhone und iPad (iOS 26 oder neuer) im Apple App Store sowie für Android bei Google Play verfügbar.

Mehr erfahren

Technische Details, häufige Fragen, Hinweise für Empfänger.

Sicherheit und Kryptografie

Verfahren, Schlüsselverwaltung, Mess-Daten, Forensik-Layer im Detail.

Sicherheitskonzept

Häufige Fragen

Nutzung, Datenschutz, Technik — wiederkehrende Fragen in einer Übersicht.

Zu den Fragen

Hinweise für Empfänger

Integration, Prüfschritte und Auftragsverarbeitungsvertrag für Versicherer, Banken, Behörden und Kanzleien.

Empfänger-Onboarding

Sie haben Fragen zur Funktionsweise?

Schreiben Sie uns — ob privat, als Versicherer, Bank, Behörde oder Kanzlei. Wir erklären die Übergabe und den Auftragsverarbeitungsvertrag.

info@ki-shield.de  ·  Zum Kontaktformular  ·  Häufige Fragen